Dachkonstruktion ZOB

Backnang (D) 2018

Die Form der Überdachung des Zentralen Omnibusbahnhofs in Backnang folgt den Anforderungen des Witterungsschutzes. Offen, und auf wesentliche Teile reduziert entsteht der Eindruck einer leichten schwebenden Wolke. Im Westen bildet ein Kumulus den sichtbaren Bereich über den die Fahrgäste mit Ausläufern zu den Bus und Kombibahnsteigen geführt werden.

Ein luftgestütztes Kissen, nur an den umlaufenden Rändern gefasst, bildet die Wolke. Die Membrane umspannt die innenliegende Stahlkonstruktion ohne Zwischenverankerungen. Nur die untere Membrane wird von den oben eingespannten Stützen der Tischkonstruktion durchdrungen. Diese Stützen stehen an den Rücksprüngen der sägezahnförmig angeordneten Busbuchten in ausreichendem Abstand von den Einstiegsbereichen. Die in einer Linie entlang der Bussteige stehenden Stützen sind innerhalb des Kissens am Rückgrat, einem längs verlaufenden Biegeträger, angeschlossen. Senkrecht dazu verlaufende Kragträger halten das umlaufende Randprofil. Der organisch verlaufende Rand reagiert auf die bestehenden Oberleitungsmasten.

Die beiden Membranlagen schließen oben und unten luftdicht am Randträger an. Oberseitig ist eine für den Betrachter unsichtbare Regenrinne integriert. Regenwasser wird im Kissen entlang der Kragträger zu den Stützen geführt, und in diesen, ebenfalls unsichtbar, nach unten ins Fundament geführt.

Entlang des unteren Kissenrandes verlaufen lineare Leuchten, die nach innen in das Kissen leuchten. Die weiße hochtransluzente Membrane wird so zur leuchtenden Oberfläche ähnlich einem Lampenschirm oder einer Glühbirne und sorgt für Helligkeit entlang der Wartebereiche. Der umlaufende Kanal für die Leuchten liegt außerhalb des Kissens, gut revisionierbar.

Im Bereich der Bussteige trägt die Membrane, Im vorderen Bereich, dem „Kumulus“, verlaufen zusätzlich mittragende Stahlseile, die die Spannweite der Membrane reduzieren. Die zwischen den Seilen ausbauchende Membrane verstärkt den Eindruck einer Wolke.

Auf der Oberseite ist das Kissen stärker gekrümmt. Dies reduziert die Kräfte in der Membrane deutlich, und verstärkt gleichermaßen den Wolkeneindruck. Unten ist das Kissen deutlich flacher geformt um die Durchfahrtshöhe bei maximalem Witterungsschutz zu gewährleisten.

 

Bereits ein sehr geringer Druck genügt das Kissen stabil zu formen. Stützluftgebläse halten den Innendruck aufrecht. Diese Gebläse können in einem Nebengebäude, oder in einem kleinen Technikkeller in der Nähe der Überdachung stehen. Die Zuluftleitungen verlaufen ebenfalls unsichtbar innerhalb der Tragstützen.

Wettbewerbsteam:

Architekt
CIP GmbH Architekten Ingenieure

Landschaftsarchitekt
Kienleplan Gmbh

Verkehrsplaner
Ingenieurbüro für Verkehrswesen Koehler & Leutwein GmbH & Co KG

Entwurf / Tragwerksplanung Überdachung Busbahnhof
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